Arbeitsamt übernimmt Stempelbude

12. Januar 2023

Im Jahr 1928 erreichte die Zahl der Erwerbslosen in Altrip einen neuen Rekord. Doch nicht nur in Altrip, sondern auch in vielen anderen Orten Deutschlands gab es damals zahlreiche Menschen ohne Arbeit.

Stempelbude

Solche "Stempelbuden" gab es im ganzen Land.  

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland war schwierig. Viele Menschen hatten keine Beschäftigung und mussten sich regelmäßig beim zuständigen Arbeitsamt melden. Für die Betroffenen bedeutete das häufig zusätzliche Wege und Mühen.

Um den Altriper Erwerbslosen den Weg in die Stadt zu ersparen, gab es im Ort eine besondere Einrichtung: die sogenannte „Stempelbude“. Solche Einrichtungen gab es auch in anderen Orten. Sie dienten dazu, den Erwerbslosen die notwendigen Meldungen und Nachweise vor Ort zu ermöglichen.

In Altrip war die Stempelbude über der Einfahrt des alten Rathauses eingerichtet worden. Bis zum Jahr 1928 war sie mit einem Gemeindebeschäftigten besetzt. Er kümmerte sich um die anfallenden Aufgaben.

Als die Zahl der Altriper Erwerbslosen im Jahr 1928 einen neuen Höchststand erreichte, übernahm das Arbeitsamt Ludwigshafen die Einrichtung. Damit ging die Zuständigkeit für die bisher von einem Gemeindebeschäftigten betreute Stempelbude an das Arbeitsamt über.

Für die betroffenen Menschen blieb der Vorteil bestehen: Sie konnten ihre notwendigen Meldungen direkt in Altrip erledigen und mussten dafür nicht extra in die Stadt fahren.

Die Stempelbude im alten Rathaus war somit eine wichtige Anlaufstelle für die Altriper Erwerbslosen. Sie zeigt, wie man damals versuchte, den Menschen in einer schwierigen wirtschaftlichen Zeit den Umgang mit den Behörden zu erleichtern.

Jürgen Hajok (Fakten: Wolfgang Schneide, 2003)