Im Juni 1932 rief die Gemeinde Altrip die Einwohner dazu auf, dem „Freiwilligen Arbeitsdienst“ beizutreten. Mithilfe dieser Arbeitskräfte sollten größere Notstandsarbeiten in der Gemeinde durchgeführt werden.
Die wirtschaftliche Lage war damals für viele Menschen schwierig. Arbeit war knapp, und zahlreiche Familien hatten mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Deshalb war die Möglichkeit, eine Beschäftigung zu erhalten, für viele Einwohner von großer Bedeutung.
Der Lohn im Freiwilligen Arbeitsdienst war allerdings nicht hoch. Die Teilnehmer erhielten einen Wochenlohn von nur zwölf Reichsmark. Trotzdem war das Interesse an den angebotenen Stellen riesengroß.
Bereits innerhalb von drei Tagen meldeten sich dreimal so viele Bewerber, wie Arbeitsplätze zur Verfügung standen. Die große Zahl der Bewerbungen zeigte deutlich, wie dringend viele Menschen damals nach Arbeit suchten.
Die Gemeinde konnte durch den Freiwilligen Arbeitsdienst größere Notstandsarbeiten ausführen lassen. Gleichzeitig ermöglichte sie einigen Arbeitslosen, zumindest vorübergehend eine Beschäftigung und ein regelmäßiges Einkommen zu erhalten.
Der starke Andrang auf die wenigen Stellen macht deutlich, wie schwierig die wirtschaftliche Situation in Altrip und in vielen anderen Orten Deutschlands Anfang der 1930er Jahre war. Trotz des niedrigen Wochenlohns waren viele Menschen bereit, diese Arbeit anzunehmen, weil Arbeitsplätze selten waren und jede Verdienstmöglichkeit zählte.
(Fakten: Wolfgang Schneider, 2002)


