Am 3. November 1927 wurde in Altrip eine neue Sanitätskolonne gegründet. Der Name lautete „Freiwillige Sanitätskolonne Altrip vom Roten Kreuz“.
Die Gründung fand in der Altriper Wirtschaft „Zur Krone“ statt. Gleich 25 Männer trugen sich an diesem Tag in die Liste der Gründungsmitglieder ein. Sie wollten gemeinsam Menschen helfen, die bei Unfällen verletzt wurden oder medizinische Hilfe benötigten.
Zum Kolonnenführer wurde der ehemalige Militärarzt Robert Baumann bestimmt. Als Kolonnenarzt konnte Sanitätsrat Theodor Horn sen. gewonnen werden. Für die Kasse und die finanziellen Angelegenheiten war der Dentist Max Baumgärtner zuständig.Auch die Altriper, die bereits medizinische Kenntnisse und Erfahrungen hatten, arbeiteten in der neuen Sanitätskolonne mit. Zu ihnen gehörte auch Philipp Johann Hauck. Er war Sanitäter und Drogist und hatte bereits im Jahr 1911 den ersten Altriper Rot-Kreuz-Verein mitgegründet.
Die Mitglieder der neuen Sanitätskolonne wollten dafür sorgen, dass verletzte Menschen in Altrip schnell Hilfe bekommen konnten. Deshalb richteten sie insgesamt fünf Unfallmeldestellen ein.
Damit war 1927 ein wichtiger Schritt für den Aufbau des Roten Kreuzes und der medizinischen Hilfe in Altrip getan.
Jürgen Hajok (Fakten: Wolfgang Schneider, 2000)
- Eine Sanitätskolonne war eine freiwillige organisierte Gruppe von Rettungshelfern, die in Kriegs- und Friedenszeiten Ersthelferdienste leisten konnten. Sanitätskolonnen gingen im 19. Jahrhundert als Organisationen aus den Kriegervereinen hervor. Sie stellten ihre Mitglieder, soweit diese nicht der Reserve, der Landwehr oder der Ersatzreserve angehörten, in Kriegszeiten dem Roten Kreuz zur Verfügung. Sie wurden in der Regel als Begleit- und Transportpersonal bei Kranken- und Lazarettzügen verwandt und nur in besonderen Notfällen zur Verstärkung der Sanitätskompanien auf dem Schlachtfeld. Sie unterstanden dann den Bestimmungen der Kriegssanitätsordnung. In Friedenszeiten sollten sie sich bei Unglücksfällen, wie besonders bei Feuer- und Wassernot, bei Eisenbahn- und Fabrikunfällen sowie bei Seuchen betätigen und eine enge Verbindung mit den Staats- und Gemeindebehörden anstreben. Sie wurden so weit ausgebildet, dass sie auch Notverbände anlegen, namentlich aber den Transport von Verunglückten oder Kranken übernehmen konnten. Mitglieder einer Sanitätskolonne konnten nur Mitglieder eines dem Deutschen Kriegerbund angehörenden Vereins werden. 1900 betrug die Zahl der deutschen Sanitätskolonnen mehr als 900 mit über 14.000 Mitgliedern, von denen etwa 11.500 bei der Mobilmachung für die freiwillige Krankenpflege verfügbar waren.(Quelle: de.wikipedia.org)






