Im Nebenzimmer eines Lokals wurden in Altrip nahezu alle Vereine gegründet. Nicht so der Schachclub! 1926 hob eine Spielergemeinschaft in der Werkstätte des Schneidermeisters Ludwig Hauk in der Rheinstraße den Schachclub aus der Taufe. Die Werkstätte wurde gewählt, weil der mitspielende Schneidermeister stark gehbehindert war und das Häuschen, an dem die meisten Fährbenutzer täglich vorbeikamen, eine Art „Kommunikationszentrum”, sprich für Tratsch und Klatsch im Dorf, war. Der Verein firmierte schon bald als „Arbeiter-Schach-Klub” und trat dem Kartell der Altriper Arbeitervereine bei.

Vorne, dritter von rechts: Karl Marx, Gründungsmitglied und erster Vereinsmeister des 1926 gegründeten Schach-Club Altrip.
Gründungsmitglied war Karl Marx, der lange in der Arbeiterbewegung stand und auch nach dem Krieg bei der Neugründung wieder mit von der (Schach-)Partie war. Er trug sich als erster Klubmeister in die Vereinschronik einschrieb. Bereits im zweiten Vereinsjahr wurde bei einem Schachwerbetag im großen Saal des „Pfälzer Hofs” an 60 Brettern gespielt. Und ein verwunderter Zeitgenosse rieb sich die Augen und meinte: „So viel Menschen und kein Ton.”
1933 wurde dem damaligen Vorsitzenden Ernst Haase das Vereinsverbot mitgeteilt; ebenso die Einziehung des Vereinsvermögens.
Mit Genehmigung der französischen Besatzungsbehörde wurde der Schachklub nach Kriegsende als einer der ersten Vereine wieder neu gegründet, wobei sich Karl Fabian als Vorsitzender große Verdienste erwarb.
(Wolfgang Schneider, 2001)




