Am 4. April 1927 wurde in Altrip erneut über die Verkehrsverbindungen der Gemeinde gesprochen. Schon seit vielen Jahren bemühten sich der Gemeinderat von Altrip und ein unabhängiger Verkehrsausschuss darum, die Rheingemeinde an das pfälzische „Kraftpost“-Netz anzuschließen. Unter dem Namen „Kraftpost“ wurden damals Omnibuslinien betrieben, die verschiedene Orte miteinander verbanden.
Für die Einwohner von Altrip war ein solcher Anschluss von großer Bedeutung. Die Gemeinde lag zwar in der Nähe größerer Städte und Orte, verfügte jedoch über keine ausreichende öffentliche Busverbindung. Deshalb versuchten die Verantwortlichen über Jahre hinweg, eine Aufnahme Altrips in das bestehende Omnibusnetz zu erreichen. Diese Bemühungen blieben jedoch erfolglos.
Schließlich fand sich mit dem Altriper Unternehmer Jakob Engelberger eine private Lösung. Er entschloss sich, selbst einen Linienverkehr einzurichten. Dafür setzte er zwei Omnibusse der Marke Faun ein. Die Busse verkehrten regelmäßig zwischen Altrip und Rheingönheim und ermöglichten den Bewohnern eine bessere Verbindung zu den Nachbarorten.
Die neue Buslinie stellte für viele Menschen eine praktische Möglichkeit dar, ihre Wege zurückzulegen. Besonders in den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter war der Omnibus eine willkommene Alternative.
Auf Dauer konnte sich die Verbindung jedoch nicht halten. In den Sommermonaten nutzten viele Altriper wieder verstärkt ihre Fahrräder. Dadurch gingen die Fahrgastzahlen zurück. Gleichzeitig erhielt der Betreiber keine finanzielle Unterstützung von der Gemeinde. Da keine Zuschüsse gewährt wurden und die Einnahmen offenbar nicht ausreichten, wurde der Linienverkehr nach zwei Jahren wieder eingestellt.
Damit endete ein privater Versuch, die Verkehrsverhältnisse zwischen Altrip und Rheingönheim zu verbessern, nachdem die langjährigen Bemühungen um einen Anschluss an das Kraftpost-Netz ohne Erfolg geblieben waren.
(Fakten; Wolfgang Schneider; 2002)
Die FAUN-Werke (Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg) gingen 1919 aus einer Fusion der Firmen Braun-Premier-Werke AG, der Nürnberger Wagenbau- und Radfabrik Karl Schmidt und der Fahrzeugfabrik Ansbach AG hervor. Man baute zunächst Personen- und Lastwagen, wobei die Geschäfte nicht besonders gut liefen. Sie liefen sogar so schlecht, dass 1927 ein Zwangsvergleich durchgeführt wurde. Karl Schmidt gelang es jedoch andere Aktienanteile zurückzukaufen und die Firma weiterzuführen. Im Zuge dieser Neustrukturierung wurde der unrentable Pkw-Bau aufgegeben und man spezialisierte sich auf Nutzfahrzeuge, speziell Kommunalfahrzeuge.
Parallel zum Bau von Kommunalfahrzeugen wandte man sich auch dem Bau von Omnibussen zu. Nach einigen Eigenbauten, erschienen 1926 die Typen NO 25 und NO 35-Niederrahmen-Typen, die in der Fahrzeugfabrik Ansbach gefertigt wurden. Nachdem die Fahrzeugfabrik Ansbach aber nicht mehr als Zulieferer für Omnibus-Fahrgestelle fungierte, entfiel der Buchstabe N in der Typenbezeichnung. Aber sonst änderte sich nicht viel, auch nicht für das wichtigste Modell, den O 35 N. Aufbauten hierfür lieferten nun Trutz in Coburg, Waggonfabrik Uerdingen und Kässbohrer in Ulm.
(Quelle und weitere Informationen: www.omnibusarchiv.de)



