Wer mit der Fähre nach Altrip kommt, befindet sich unvermittelt auf dem „Prinz-Karl-Wörth“. Wörth ist im oberdeutschen Sprachraum an Oberrhein und Donau eine topografische Bezeichnung für Flussinseln. Und eine solche Rheininsel war benannt nach Karl II. von der Pfalz (* 1651, † 1685) aus der pfälzischen Linie der Familie der Wittelsbacher. Karl war nur fünf Jahre, von 1680 bis zu seinem Tod, Pfalzgraf und Kurfürst von der Pfalz. Seine jüngere Schwester war übrigens Liselotte von der Pfalz, die spätere Herzogin von Orléans.

RHEIN-KORREKTION BEI ALTRIP aus "Mannheim und seine Bauten" herausgegeben vom Unterrheinischen Bezirk des Badischen Architekten- und Ingenieur-Vereins, Mannheim 1906 (Quelle: MARCHIVUM Stadtarchiv Mannheim
Der „Prinz-Karl-Wörth“ gehörte früher zu Neckarau und wurde erst durch den Rheindurchstich (1865–1874) politisch Altrip zugeschlagen. Ein Teil der Inselfläche ging im neuen Flussbett unter und mit einem schmalen Geländestreifen gab es nun eine feste Verbindung zum Altriper „Festland“.
Bis auf eine kleine bebaute Fläche mit der Zufahrtsstraße steht die heutige Halbinsel seit 1983 unter Naturschutz. Zum Schutzgebiet gehörten auch der Altrhein sowie das südlich angrenzende Waldgebiet. Die Natur konnte sich dadurch in den letzten Jahrzehnten, da wo sich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts das Altriper Rheinstrandbad über nahezu einen Kilometer hinzog und an heißen Tagen Tausende Badegäste aus nah und fern anlockte, einen Teil ihres ursprünglichen Lebensraums zurückholen. Das rund 32 Hektar große Naturschutzgebiet „Prinz-Karl-Wörth“ umfasst den Auwald sowie Überflutungsbereiche und Verlandungszonen. Neben 19 Libellenarten wie die „Gemeine Winterlibelle“ und die „Kleine Mosaikjungfer“ sind auch Haubentaucher, Pirol und Frösche anzutreffen.
Jürgen Hajok (Fakten: Wolfgang Schneider, Hofgut-Mundenheim.de, Wikipedia.de | Abbildung: MARCHIVUM Stadtarchiv Mannheim)



