Das älteste Denkmal der Gemeinde Altrip wurde am 2. Juni 1901 eingeweiht. Es ist ein Ehrenmal für 30 Krieger, die am Krieg 1870/71 teilnahmen und alle wieder heil nach Hause kamen. In der Zeit des „Hurra-Patriotismus“ wurde ihnen schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt.

Kriegerdenkmal Altrip
Anfang März 1901 fuhr eine Delegation nach Schriesheim, um sich im Bildhaueratelier Sommer über den Stand der Arbeiten zu informieren. Die Altriper, darunter auch der Pfarrer, waren regelrecht erschlagen, denn gut sechs Wochen vor den geplanten Aufstellungsarbeiten war vom Denkmal noch nichts zu sehen. Der Bildhauer kam aber einer juristischen Auseinandersetzung zuvor und versprach, sein Werk pünktlich zu liefern. Doch Anfang April herrschte auch völlige Ungewissheit über den Standort, da dem Bürgermeister der ausgewählte Platz missfiel. Die Lösung im letzten Moment: Der Pfarrer schlug den jetzigen Standort vor. Und fast hätte die Angelegenheit noch ein unrühmliches Ende genommen, denn die königliche Genehmigung fehlte. Endlich, am 28. April, die Nachricht aus München: "Seine Königliche Hoheit, Prinz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben die Errichtung eines Denkmals in Altrip … allergnädigst zu genehmigen geruht."
Nach einem Umzug einer Infanterie-Kapelle nebst vielen Kriegsabordnungen durch die geschmückten Dorfstraßen kam es am Sonntag, dem 2. Juni 1901, zur feierlichen Einweihung. Zum Weiheakt hatten sich alle Krieger von 1870/71 versammelt und nach einem „schmissigen Marsch“ fiel die Hülle. Ein Marmorobelisk mit einem aufgesetzten und grimmig nach Westen spähenden Adler kam zum Vorschein. Im Rahmen eines Konzerts wurde der gesamte Krieg in 21 Etappen nachgestellt. Abends gab es in allen Tanzsälen rauschende Bälle und zu mitternächtlicher Stunde ein Brillantfeuerwerk.
1966 kam das Denkmal sogar zu literarischen Ehren, als der Altriper Schriftsteller Wilhelm Michael Schneider eine Episode aus der Zeit um 1919 im „Pälzer Feierowend” veröffentlichte. 1998 wurde der bleierne Adler bei einem Sturm vom Sockel gerissen und ist am Boden zerschmettert. Seither ist es still geworden um das Adler-Denkmal.
(Wolfgang Schneider, 2001)




