Im heute so bunt schillernden und nicht selten auch unverständlich gewordenen Mosaikbild der Berufsnomenklatur stellen die alten Berufe eine höchst interessante Gruppe dar. In Altrip gab es unter anderem Berufstätigkeiten, die etliche Nuancen auf der Farbskala aufwiesen.
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Das Altriper Kriegerdenkmal 1870/71
Seit 1901 steht das Altriper Kriegerdenkmal an seinem Platz. In der Rheingemeinde wurde in einer Art „Bürgerbeschluss” sowohl von den „Nazzen”, so wurden umgangssprachlich die im Ort dominierenden Nationalliberalen genannt, als auch von den Sozialdemokraten im Jahre 1895 im Gasthaus „Zum Himmelreich” unter maßgeblicher Beteiligung des neuen Ortsgeistlichen Horst Buchholz die Errichtung eines „Kriegerdenkmals 1870/71” angeregt.
Anlaufschwierigkeiten beim Kriegerdenkmal
Das älteste Denkmal der Gemeinde Altrip wurde am 1. Juni 1901 eingeweiht. Es ist ein Ehrenmal für 30 Krieger, die am Krieg 1870/71 teilnahmen und aller wieder heil nach Hause kamen. In der Zeit des „Hurra-Patriotismus” wurde ihnen schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Doch ehe es so weit war, gab es Probleme zuhauf ...
DLRG Ortsgruppe Altrip gegründet
An einem trüben Sonntagmorgen trafen sich im Herbst 1970 im „Karpfen“ zu Altrip die gleichen Stammtischbrüder wie immer. Doch diesmal war alles anders. Der Versicherungsfachmann Heinz Hauk stellte seine Idee vor, in Altrip eine Ortsgruppe der „Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)“ zu gründen. Er selbst besaß die höchste Auszeichnung der DLRG, nämlich das Lehrabzeichen und kannte etliche Altriper, die in Ortsgruppen der Umgebung Mitglied waren.
(Straßen-)Namen sind Schall und Rauch
Straßenumbenennungen wurden früher zumeist durch eine Ortserweiterung oder durch eine andere Straßenführung notwendig. So wurde etwa aus der Altriper „Unnergass“ (die Straße lag stromabwärts) die Römerstraße und aus der „Owwergass“ (die Straße lag stromauf) die Ludwigstraße. Aus der späteren „Dammgass“ wurde die Rheinstraße und aus dem „Kappesweg“, der hinter der Ludwig- und Römerstraße an den Krautgärten (wo „Kappes“ angepflanzt wurde) entlangführte, wurde die Maxstraße.
Chronik des Regino im Buchdruck verlegt
Im Jahre 1521, also über 600 Jahre nachdem Regino seine Chronik abgeschlossen hatte, die im Mittelalter in vielen Klosterstuben eifrig handschriftlich kopiert wurde, gefiel es dem Ritter, Kartografen und Humanisten Dr. Sebastian von Rotenhan aus Franken in der Ursprungsdruckerei der Gutenbergschen Offizin beim akademisch ausgebildeten Drucker Johann Schöffer die Chronik des Regino zu verlegen.
Karl Marx: Erster Vereinsmeister des Schach-Club Altrip
Im Nebenzimmer eines Lokals wurden in Altrip nahezu alle Vereine gegründet. Nicht so der Schachclub! 1926 hob eine Spielergemeinschaft in der Werkstätte des Schneidermeisters Ludwig Hauk in der Rheinstraße den Schachclub aus der Taufe. Die Werkstätte wurde gewählt, weil der mitspielende Schneidermeister stark gehbehindert war und das Häuschen, an dem die meisten Fährbenutzer täglich vorbeikamen, eine Art „Kommunikationszentrum”, sprich für Tratsch und Klatsch im Dorf, war.
Schon früh den 1. Mai gefeiert
Das zum Anfang des 19. Jahrhunderts von Hermann Adam von Kamp getextete Lied „Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei” kannten früher nahezu alle Leute. Der Mai war aber auch der Aufbruchmonat der Arbeiterbewegung. So ist aus dem ehemaligen Arbeiterdorf Altrip überliefert, dass bereits ein Jahr nachdem die „Internationale Arbeiterbewegung” den 1. Mai als weltweiten Kampftag proklamiert hatte, eine Kundgebung stattfand.
Straßenwärter patrouilliert in Uniform
Nachdem die Deckschicht der Römerstraßen vielfach aus Kies, Sand und Abraum bestand, war der Straßenunterhalt sehr aufwändig und es bedurfte daher auch regelrechter Wegewärter. Seit die Pfalz 1816 bayerisch wurde, gingen diese Straßenunterhaltungsaufgaben in staatliche Verwaltung über.
Als „Marianne“ die versenkte Gierfähre ersetzte
In der Nacht zum 22. März 1945 versenkte ein Wehrmachtkommando die Altriper Gierfähre. Die bis zu zwei Dritteln nach Mannheim orientierten Altriper Berufspendler waren plötzlich von ihren Arbeitsplätzen abgeschnitten. Erst am 26. April 1946 wurde der Pendelverkehr mit dem Motorboot „Marianne“ wieder aufgenommen.


