Altriper Rezepte aus Omas Zeiten

Topfgucker - Altriper Rezepte aus Omas ZeitenTopfgucker - Altriper Rezepte aus Omas Zeiten

Heide Hook, geb. 1943, heiratete 1966 in eine Altriper Familie. 1967 kam sie als Lehrerin an die damalige Altriper Volksschule und unterrichtete u. a. in der Oberstufe im Fach Hauswirtschaft. Mit der Eigenständigkeit der Grundschule in Altrip (Albert-Schweitzer-Schule) war sie sodann im Grundschulbereich tätig, zuletzt im Gesamtunterricht der 1./2. Klassen.

Im Umkreis der Familie und Verwandtschaft kam Heide Hook mit Altriper Traditionen und Gewohnheiten in Berührung. Neugierig gemacht, wurde dies und jenes ausprobiert und mit auf den Speiseplan gestellt.

Nach ihrer Pensionierung entwickelte sich zunehmend die Idee, hier intensiver zu recherchieren. Mit Hilfe einiger Altriper „Urgesteinen“ konnte eine Rezeptsammlung zusammen gestellt werden, um interessierten Köchinnen oder Köchen die Anregung zum Kochen wie zu „Omas Zeiten“ zu geben.

Die Versorgung der Familie – meist einer Großfamilie – mit Nahrung war da vorrangigste Anliegen in früheren Zeiten. Es wurde verwertet, was Garten und Feld hergab. Im Sommer waren das Angebot und die Abwechslung innerhalb des täglichen Speiseplanes reichhaltiger, während in den Wintermonaten für ausreichende Lagerhaltung gesorgt werden musste.Topfgucker - Altriper Rezepte aus Omas Zeiten

Von der Geschichte her gesehen unterschieden sich die Rezepturen und Speisepläne der verschiedenen Dörfer und standesunterschiedlicher Haushalte bezüglich ihrer „Reichhaltigkeit“ besonders in Hinblick auf Fleischgerichte.

Da ein großer Teil der Altriper Bevölkerung ihren Lebensunterhalt als Fischer, Landarbeiter und kleinere Handwerker verdienten, waren die Haushalte in der Mehrheit auf Selbstversorgung angewiesen und eingestellt. Zusätzlich zu den Produkten, die Haus, Garten und evtl. ein Äckerchen lieferten, wurden oftmals Hühner, Ziegen, manchmal auch ein Schwein gehalten, um den Speiseplan mit tierischen Nahrungsmitteln zu bereichern. Die meisten Altriper Rezepte weisen jedoch als Basis die Verwendung pflanzlicher Nahrungsmittel auf.

Zusammenfassend sei gesagt: Die gesammelten Rezepte zeigen nicht die feine, gehobene, sondern die bürgerliche/kleinbürgerliche Küche.

Inhaltsverzeichnis: 

  • Suppen und Eintöpfe
  • Kartoffelgerichte
  • Kartoffel-Gemüse-Gerichte
  • Altriper Kerwe-Essen
  • Mehlspeisen/Teigwarengerichte
  • Bäckereien
  • Eingemachtes & Co

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Ein Bespiel aus den „Kartoffelgerichten“:  
Sauare Schaiwe (Saure Scheiben/warmer Kartoffelsalat)

  • Pellkartoffeln (auch vom Vortag) schälen und in Scheiben schneiden.
  • Saure Soße herstellen:
    1 Essl. Butter im Topf erhitzen und gewürfelte Zwiebel darin andünsten, 2 Essl. Mehl goldgelb mitrösten, mit Wasser ablöschen. 1 Schuss Essig + 1 Lorbeerblatt zugeben und in der sauren Soße mitziehen lassen. 
  • Die Pellkartoffelscheiben im Topf mit der heißen Soße übergießen und gut durchziehen lassen. Dazu passt: Endiviensalat und/oder warme Fleischwurst.