Der Hauch der Geschichte im alta ripa

Letzten Samstag wehte das Flair des alten Roms durch die Räume des Bürgerhauses. Der Heimat- und Geschichtsverein hatte zum Philosophischen Culinarium geladen. Das "alta ripa" der Römer sollte auferstehen, der Geist angeregt und der Körper gelabt werden. Stilvoll gewandet empfingen die Veranstalter ihre Gäste mit einem Glas Mulsum, römischen Würzweins. Die Lukullus Taverne war eröffnet. Herr Bürgermeister Jacob, "Chef" im heutigen Altrip, hat den Abend eingeläutet um dann aber schnell seinen Vorgängern aus der Antike die Bühne zu überlassen. Die beiden ehrwürdigen Herren Senatoren zeigten sich hoch erfreut über den großen Zuspruch zur Veranstaltung und begrüßten das Forum würdevoll und standesgemäß in Latein und - zum besseren Verständnis - auf gut Pälzisch.

Marianne Riermeier, in der Küche verantwortlich für die lukullischen Überraschungen, gab einen Überblick über die kommenden Gaumenfreuden: Wachteleier, Zeuseicheln, Feigen, Datteln und Honig in für heutige Gaumen ungewohnter Eintracht mit Kräutern, Fleisch und Bulgur. Der Vorspeisenteller zeigte die Vielfalt der Küche des alten Roms. Heute willkommene Abwechslung und gelungene Überraschung: "Fenchel ist das? Den mag ich doch eigentlich gar nicht" - "Lecker, diese Datteln mit Fleischfüllung" – „die Linsen sind ein Genuss" - jeder fand seinen persönlichen Leckerbissen. Auch der aus Rheingönheim angereiste römische Legionär und seine Gefährtin waren nun gestärkt und haben uns einen interessanten Einblick in ihr Leben gestattet. Kleidung, Rüstung, Waffen- und Kampfkunde und Anekdoten aus dem Alltag von Mann und Frau. Erkenntnisse, die auch an Hand der in Rheingönheim hinterlassenen knöchernen, irdenen und steinernen Zeitzeugen möglich sind. Der Archäologiepark hat sich der Bergung und Bewahrung dieser Funde verschrieben.

Philosophische Ausführungen über die römische Stoa und das damalige Selbstverständnis der Gesellschaft waren Teil der Lesung aus "Zu Tisch mit großen Denkern", dem von Frau Riermeier und Dr. Peter Steiner gestalteten Buch.

Ein Ragout, Yoghurt und Quittenmus mit Rosenwasser rundeten das kulinarische Erlebnis ab und sorgten für rundum randvoll gefüllte Mägen. Der Abend klang zufrieden mit einem letzten Glas Wein aus. Ein anscheinend gelungenes Experiment das vielleicht den Anfang einer Reihe von historischen Abenden bildet. Wir danken allen beteiligten Helfern recht herzlich für ihren großen Einsatz und freuen uns auf die nächste Veranstaltung des Heimat- und Geschichtsvereins.

(Karin Eitl)