RÜCKBLICK: Zweite Gemarkungswanderung

Am Samstag, 23. November, trafen sich um 14 Uhr am Regino-Denkmal fast 20 Altriper Bürger um an der geschichtsträchtigen zweiten Gemarkungswanderung des Heimat- und Geschichtsvereins teilzunehmen. Während vor zwei Jahren der südliche Teil erwandert wurde, war diesmal der östliche und nördliche Teil unserer Gemarkung auf dem Programm.

Unser Vorstandsmitglied Edgar Alt begrüßte die geschichtsinteressierten Wanderer und erläuterte den Anwesenden, dass am Treffpunkt vor dem Regino-Denkmal und der prot. Kirche sich der Innenhof des ehemaligen Kastells "alta ripa" befand. Die prot. Kirchturm aus dem 13. Jahrhundert steht auf den Grundmauern des Kastells und bei den Kanalarbeiten im Jahre 1960 wurde auch der Brunnen des Kastells freigelegt, der sich in der Mitte der Ludwigstraße, ca. 20 m von der Einmündung der Reginostraße in die Ludwigstraße, befand.

Von der prot. Kirche ging es dann weiter zum Rhein an den Pegel. Hier erläuterte Edgar Alt an Hand von mitgebrachten Zeichnungen den Rheinverlauf vor der Rheinbegradigung um 1865.

Als nächstes spazierten wir über den Rheindamm zum Ende der Römerstraße. Hier war früher einmal eine Deichscharte, die bei nur Hochwasser geschlossen wurde. Edgar Alt erwähnte auch das verliehene Schildrecht an die Wirtschaft "Zum Karpfen", bevor es am alten Rheinlauf entlang weiter ging zum Motorbootclub, der ehemaligen Kiesverladestelle kurz vor der Altrheinmündung in den Rhein. Er erwähnte auch, dass sich hier die Ziegelei Hook befand.

Breiten Raum nahm auch die Besichtigung des Myriametersteines ein, der auf seine Initiative hin entdeckt und im Jahr 2006 durch unseren Verein in Verbindung mit der Gemeinde ausgegraben und auf seinem jetzigen Platz aufgestellt wurde. Der Stein diente zur Vermessung des Rheines und wurde um 1875 aufgestellt. Der Abstand zwischen den Steinen betrug 10 km.

Die Wanderung ging dann weiter zum Rheindamm. Von dort erläuterte Edgar Alt den Anwesenden, dass sich die Gemarkungsgrenze zwischen Neuhofen und Altrip bis in Höhe der heutigen Goethestraße befand und es erst zu Beginn des 19.Jahrhundert zu den heutigen Grenzen kam.

Dann ging's weiter den Rheindamm entlang zur "Guten Stubb", wo sich die Wanderer aufwärmen und bei einem Gläschen über das gerade Erlebte aussprechen konnten.

(Horst Hook)